Auf einem Blick:

Wann: 21.05 – 23.05.2021
Wo: Online
Wie: Email mit Anmeldung an copbird [at] riseup.net

Hackathon

Was macht die Polizei eigentlich auf Twitter? Imagekampagne und auch die ein oder andere Falschmeldung - aber was genau hat es mit der Polizei und Twitter auf sich? Klar ist, dass man Deutschlands bewaffneter Behörde bei ihren Aktivitäten in den sozialen Netzen auf die Finger schauen sollte - gerade weil sie in unserer Gesellschaft so große Autorität hat und ihr so viel Deutungshoheit zukommt. Das Projekt Copbird sammelt daher seit Oktober 2020 die Tweets deutscher Polizeien. Im Rahmen eines Hackathons, oder auch Datathons, soll diese Sammlung nun auf ihren Informationsgehalt hin untersucht werden. An drei Tagen sollen kritische Denker:innen und technikbegeisterte Personen zusammen Fragestellungen und Lösungsansätze erproben. Der Hackathon soll helfen ein besseres Verständnis von kritischen Fragestellungen und technischen Möglichkeiten zu entwickeln. Technisches Know-How ist dabei keine Voraussetzung für eine Teilnahme, die Teams sollen sich in ihren Kompetenzen später ergänzen. Es wird auch eine Einführung in Git - als wichtiges Werkzeug zum gemeinsamen Arbeiten - geben und bitte fühl dich ermutigt den Hackathon auch einfach nur zum Ausprobieren zu nutzen. Denn bei einem Hackathon kommt es vor allem auf die Vernetzung und das Zusammenspiel verschiedener Personen und Kompetenzen an. Wenn du also schon immer mal wissen wolltest, was die Polizei so schriftlich im Netz gelassen hat oder du Lust hast für gesellschaftliche/politische Fragestellungen computergestützte Lösungen zu entwickeln, dann bist du hier genau richtig!

Challenges

Welche Rückschlüsse können also aus den gesammelten Tweets der Polizei gezogen werden? Während des Hackathons wollen wir in Teams den Datensatz der Polizeitweets auf verschiedene Fragestellungen hin untersuchen. Dafür haben wir im Vorfeld drei Themenbereiche mit möglichen Fragestellungen erarbeitet - diese sogenannten Challenges sollen eine Idee und mögliche Einstiege in die Thematik geben. Sollte dich ein anderer Aspekt brennend interessieren, dann kann geschaut werden, ob daraus nicht auch eine eigene Challenge werden kann. Unsere Challenges drehen sich um die Themen Sprach-, Netwerk- und Metadatenanalyse:

Sprachanalyse

Welche Begriffe verwendet die Polizei in ihren Tweets auffällig häufig? Über welche Themen twittert die Polizei überhaupt? Und welcher Sprache bedient sie sich dafür? Schließlich ist Sprache Macht und die Art der Erzählung von großer Bedeutung für ihre Rezeption.

Netzwerkanalyse

Wer retweetet eigentlich die Polizei? Und wen wiederum retweeten die Behörden? Welche Accounts liken die Inhalte der Polizei? Durch Hashtags und Mentions sind alle Inhalte auf Twitter auf vielfache Weise miteinander verbunden. Diese Verbindungen bilden einen Netzwerk, dessen Analyse helfen kann Strukturen sichtbar zu machen, die aus einzelnen Tweets nicht hervor gehen.

Metadatenanalyse

Wann twitter die Polizei? Welche Tweets sind besonders erfolgreich? Genauso wie aus den Tweets selbst, so lassen sich auch aus den Metadaten interessante Rückschlüsse über das Tweetverhalten der Polizei ziehen. Zeitstempel und Likes bilden dabei das nötige Substrat diesen Fragen nachzugehen.

Ablauf

Zunächst wollen wir uns am Freitagnachmittag kennenlernen und einen Überblick über die Daten und Challenges bekommen. Außerdem wird es am Freitagabend zwei Vorträge geben: einen zu der Öffentlichkeitsarbeit der Polizei während der G20 Proteste in Hamburg, und eine Einführung in Git als wichtiges Werkzeug für die Zusammenarbeit. Am Samstag wird es dann noch einen Einstieg in die Ideen und Praktiken rund um die Thematik Open Data geben. Ansonsten soll von Samstag bis Sonntagmittag dann an den Challenges gearbeitet werden. Abschließend wollen wir auswerten, wie eure ursprüngliche Fragestellung aussah, wie eure Überlegungen dazu waren und ob ihr Erkenntnisse gewinnen konntet.

Teilnahme

Schreib uns eine kurze Mail - gerne auch mit Pseudonym oder als Gruppe - und dann bist du/seid ihr dabei. Dabei brauchen wir von euch folgende Infos um den Hackathon entsprechend planen zu können:

  • Wieviel seid ihr?
  • Mit welchem Namen sollen wir euch ansprechen?
  • Nehmt ihr als Team teil oder als Einzelperson?
  • Wenn ihr als Einzelperson teilnehmt: beschreibt eure Vorkenntnisse! Wir werden dann versuchen euch möglichst optimal zu Teams zusammen zu setzen.

Nach deiner Anmeldung werden wir dir/euch alle weiteren Informationen per Mail zukommen lassen. Da die Veranstaltung ausschließlich Online stattfindet, braucht ihr um teilzunehmen einen Computer mit Mikrofon & Kamera und einem halbwegs modernen Browser.

Anmeldungen schickt ihr an copbird [at] riseup.net.

Projekt Copbird

Der Hackathon ist Teil eines größeren Projekts, in dem wir die Thematik der digitalen Polizeiarbeit mit Vorträgen und Texten aus einer kritischen Perspektive bearbeiten werden. Dazu werden in den beiden Wochen vor dem Hackathon online Veranstaltungen stattfinden, die verschiedene kritische Perspektiven auf die Arbeit der Polizei, ihren verfassungsrechtlichen Rahmen und ihre gesellschaftliche Stellung aufzeigen werden. Die Ergebnisse des Hackathons sollen auch im Rahmen des Projekts später veröffentlicht werden, um beispielhaft zu zeigen welche Fragestellungen sich mit diesem Datensatz bearbeiten lassen und so Anregung für weitere Projekte zu sein. An dieser Stelle wird deswegen schon bald eine umfangreichere Webpräsenz entstehen, auf der dann das Projekt im größreren Rahmen beleuchtet werden kann. Das Projekt wurde von der AG Link gestartet. Wir sind seit Oktober 2018 als kritische Informatik ein Teil der Hochschulgruppen der Universität Leipzig und beschäftigen uns mit den Wechselwirkungen zwischen Technik und Gesellschaft. In diesem Rahmen versuchen wir auch eigene Perspektiven aufzubauen, in wie weit wir Technik für gesellschaftlich relevante Anliegen nutzbar machen können.